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Sinn und Unsinn von Nahrungsergänzungsmitteln

Sinn und Unsinn von Nahrungsergänzungsmitteln

Gesunde Menschen, die sich abwechslungsreich und vollwertig ernähren, benötigen in der Regel keine Nahrungsergänzungsmittel. Die Natur liefert uns Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe in gut verwertbarer Form und ausreichender Menge. Das Zusammenspiel im Lebensmittel ist viel effektiver als die isolierten oder im Labor erzeugten Einzelstoffe. Es macht daher mehr Sinn reichlich Obst und Gemüse in allen Farben zu essen.

Nahrungsergänzungsmittel (NEM) enthalten Nährstoffe wie Vitamine und Mineralstoffe oder bestimmte Nährstoffe in konzentrierter Form. Viele Menschen möchten damit eine gesunde Ernährung fördern oder ihre Leistung steigern. In welchen Fällen macht das überhaupt Sinn? Und kann ein zu viel auch schaden?

Nahrungsergänzungsmittel gehören rechtlich zu den Lebensmitteln und sind Produkte, die Nährstoffe in konzentrierter Form liefern. Deshalb werden sie laut Lebensmittelrecht in einer lebensmitteluntypischen Form angeboten und sehen eher wie Medikamente aus.
Sie werden als Lebensmittel angezeigt und überwacht. Sie werden anders als Arzneimittel nicht auf ihre Wirksamkeit geprüft.
Allerdings müssen gesundheits- und nährwertbezogene Aussagen zu einem Produkt wissenschaftlich nachgewiesen und von der EU zugelassen sein. Es gibt keine behördliche Zulassung oder Prüfung auf Wirksamkeit. Der Hersteller ist selbst dafür verantwortlich, dass das Produkt sicher ist und keine Schadstoffe enthält.

Eine Einnahme kann sinnvoll sein, um nachgewiesene Nährstoffmängel auszugleichen, die durch eine spezielle Lebensweise (z.B. vegane Ernährung), bestimmte Erkrankungen oder Medikamente entstehen können. Vor der Einnahme ist eine ärztliche Beratung ratsam, um einen Mangel festzustellen und die richtige Dosierung zu ermitteln, da eine Überdosierung gesundheitliche Risiken bergen kann.

  • Vitamin D bei Mangel (insbesondere im Winter oder bei alten Menschen mit ungenügender Eigenproduktion),
  • Vitamin B12 bei veganer Ernährung,
  • Vitamin B12 bei chronischen Erkrankungen mit Störungen der Verdauung und der Nährstoffaufnahme im Magen-Darm-Trakt,
  • Protein und andere Nährstoffe bei einer längeren Erkrankung mit Gewichtsverlust,
  • Omega-3-Fettsäuren, wenn kein oder kaum Fisch gegessen wird.  

Bevor Sie Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, lassen Sie sich ärztlich beraten. Ein Arzt kann durch Blutuntersuchungen feststellen, ob tatsächlich ein Mangel vorliegt. 

Damit vermeiden Sie Überdosierungen, denn insbesondere bei fettlöslichen Vitaminen kann eine zu hohe Aufnahme gesundheitsschädlich sein und langfristig ein Risiko darstellen. Auch schonen Sie ihren Geldbeutel, wenn gar kein Mangel besteht. Weitere interessante Informationen haben wir in diesem Handout zum Thema Nahrungsergänzungsmittel für Sie zusammengestellt.