Die Prävalenz von Übergewicht und Adipositas hat weltweit zugenommen. Die Nationale Verzehrsstudie II für Deutschland zeigt, dass 66% der deutschen Männer und 50,6% der deutschen Frauen einen BMI von mind. 25 (=Übergewicht) und jeweils 20% von über 30 (=Adipositas) aufweisen. Die DGE e.V. hat aus diesem Grund das ambulante Gewichtsreduktionsprogramm „ICH nehme ab" (INA) entwickelt, welches durch eine Mäßigung des Körpergewichts, mehr Bewegung und Entspannung zu Gesundheit und Wohlgefühl führen kann.
Mit Förderung des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (HMULV) hat die Sektion Hessen - DGE e.V. hessische Interessentinnen als Kursleiterinnen für das INA-Konzept geschult.
Da kaum Kurse zustande kamen und das Programm primär als Reduktionsprogramm wahrgenommen wurde, wurde es für Hessen in Zusammenarbeit mit dem LandFrauenVerband Hessen e.V. und der Landwirtschaftlichen Krankenkasse Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland (LKK) weiterentwickelt. und in „Fühl dich wohl und bleib gesund" umbenannt.
Zur Stärkung des Praxisbezugs wurden die zwölf originären Programmschritte um fünf praxisbezogene ergänzt, die von geschulten Kursbegleiterinnen des LandFrauenVerbands durchgeführt wurden. Im September 2007 wurden von der LKK alle familienversicherten Frauen bis zu einem Alter von 60 Jahren angeschrieben, woraufhin bis Jahresende 22 Kurse mit insgesamt 257 Teilnehmern hessenweit und fast flächendeckend stattfanden. Aus den von der Sektion Hessen - DGE e.V. zur Verfügung gestellten Fragebögen liegen einige Erkenntnisse bezüglich der Projektziele vor.
Die erreichte Zielgruppe war weiblich, älter, gewichtig und an Ernährung in Theorie und Praxis ausgeprägt interessiert. Im Kursverlauf nahmen die Teilnehmerinnen durchschnittlich 7 Kilogramm ab, der Anteil der Normalgewichtigen (BMI: 18,5-24,) stieg im Kursverlauf von 15 auf 23% , der Anteil an Adipösen fiel von 51 auf 33%. Zu den wichtigsten Inhalten der Kurse zählten die Teilnehmerinnen das „bewusste Essen und Trinken", eine „dauerhafte Verhaltensänderung" sowie das „Setzen eigener Ziele". Das DGE Handbuch, welches den Teilnehmerinnen als Lernmaterial ausgehändigt wurde, fanden mehr als die Hälfte der Teilnehmerinnen hilfreich bei der Projektumsetzung. Gelobt wurden ferner die Gruppendynamik, der Austausch, die Atmosphäre sowie die vermittelte Ernährungstheorie. Fast drei Viertel der Befragten äußerten keine Kritik. Nach dem Kurs wollten die Befragten nach dem Kurs Konsequenzen für den Alltag ziehen. Hier wurde vorrangig ein bewusster Umgang mit Essen und Trinken genannt, auch ein Mehr an Bewegung. Entspannung, neben Gewichtsreduktion und mehr Bewegung eine der drei Kurskomponenten, wurde von den Teilnehmerinnen eher selten gesucht. Die Auswertung zeigte, dass vor allem das vermittelte Ernährungswissen in Theorie und Praxis gut von den Teilnehmerinnen angenommen wurde. Der Erfolg des Projekts spiegelte sich vor allem im Gewichtsverlust sowie dem Wunsch nach mehr Bewegung wider und wird durch das für den Verband generell typische Gruppengefühl getragen.
Obwohl die LKK für den Kurs Frauen bis zu einem Alter von 60 Jahren angesprochen hatte, zeigte sich auch einzelne Männer interessiert, die daraufhin in den Kurs aufgenommen wurden. Insbesondere im Hinblick auf die erhöhte Prävalenz übergewichtiger Männer, die sich laut Nationaler Verzehrsstudie auf über 66% beläuft, wird empfohlen, zukünftig auch Männer anzusprechen.