Pflegende Angehörige

Fortbildung für pflegende Angehörige: „Richtig trinken – mehr als Durstlöschen“

  • Neun Workshops der Sektion Hessen – Deutsche Gesellschaft für Ernährung von Oktober 2009 bis Februar 2010

In sieben Workshops der Sektion Hessen – Deutsche Gesellschaft für Ernährung im Oktober und November 2008 bekommen pflegende Angehörige wichtige Informationen rund ums Trinken, praxisnahe Tipps und Tricks für den Alltag.

Unter dem Motto „Richtig trinken – mehr als Durstlöschen“ steht ein Fortbildungsprojekt der Sektion Hessen - Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. und des LandFrauenVerbandes Hessen e.V. für pflegende Angehörige, gefördert durch das Hessische Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. In dieser Fortbildung wird die Bedeutung einer bedarfsangepassten Flüssigkeitszufuhr für Pflegebedürftige vermittelt. Die aktuellen Empfehlungen werden mit den pflegenden Angehörigen so erarbeitet, dass diese mit praxisnahen Tipps und Tricks in den Alltag umgesetzt werden können.

Zum Aufgabengebiet der häuslichen Pflege zählt auch die Sorge für richtiges Essen und Trinken, das genau auf die Bedürfnisse des Pflegebedürftigen abgestimmt ist. Eine mengenmäßig ausreichende und ausgewogene Ernährung trägt dazu bei, die verbliebene Vitalität trotz Pflegebedürftigkeit zu erhalten und sogar zu verbessern. „Am Beispiel des Trinkens lässt sich dies gut darstellen“, erläutert Dr. Sybille Braun von der Sektion Hessen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. „Eine mangelnde Flüssigkeitsaufnahme kann die Ursache für Mundtrockenheit und Verdauungsprobleme sein. Sie trägt wesentlich zur morgendlichen Antriebsschwäche und zu Kreislaufproblemen bei. Vergesslichkeit oder Verwirrtheitszustände können durchaus auf eine so einfache Ursache wie Flüssigkeitsmangel zurückzuführen sein.“

Zudem vermittelt Essen und Trinken positive Sinneseindrücke. Diese bedeuten für die meisten Menschen ein Stück Lebensqualität. Deshalb spielen in der Fortbildung sensorische Tests und Geschmacksproben eine wichtige Rolle, denn durch das eigene Erleben wird die Bedeutung richtigen Trinkens begreifbar und im Alltag umsetzbar.

„Richtig Trinken“ – einige Tipps für die Praxis

Diese und viele weitere Tipps zur Sicherung einer ausreichenden Trinkmenge werden im Workshop erarbeitet, diskutiert, sowie individuelle Problemlösungen besprochen:

  • Bevorzugte Getränke in Erfahrung bringen und aktualisieren
  • Zu jeder Mahlzeiten grundsätzlich 1 Glas Wasser, Tee, Saftschorle oder „Blümchenkaffee“ reichen/trinken
  • Zwischendurch immer wieder einen Schluck trinken
  • Zwischen den Mahlzeiten immer wieder ans Trinken erinnern (bes. bei verwirrten Senioren/innen) und ggf. Anreichen, z.B. stündlich
  • Trinkwecker als Erinnerung
  • Eingeschenkte Getränke immer in Reichweite und zur Erinnerung sichtbar stellen
  • Leere Becher und Gläser wieder auffüllen
  • Verschiedene Heiß- und Kaltgetränke anbieten
  • Zwischen verschiedenen Getränken immer wieder abwechseln
  • Bei Demenzkranken: gefärbte oder farbige Flüssigkeiten anbieten, Starker Kontrast zwischen Untergrund und Geschirr, dekorarmes Porzellan
  • Geeignete oder bevorzugte Trinkgefäße nutzen
  • Bereithalten von geeigneten Hilfsmitteln, z.B. Strohhalme, Becher, Schnabeltassen, Flaschenöffner (Nussknacker)
  • Evtl. Getränke andicken
  • Unterstützung beim Trinken für hilfs- und pflegedürftige Senioren
  • Gemeinsames Trinken von Senioren und Angehörigen bzw. Besuchern
  • Einrichtung von Getränkeoasen
  • Einführung von Trinkroutinen

 

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