Fachkräfte in der stationären Pflege

Fortbildung „Richtig Trinken – mehr als Durstlöschen“ in einem Alten- und Pflegeheim in Bad Homburg v.d.H. 2009

Richtiges Trinken ist für alle Alten und Pflegebedürftigen wichtig, unabhängig von der Art ihrer Unterbringung und Pflege. Die meisten werden zuhause gepflegt. In mehreren Fortbildungssequenzen wurden Fachkräfte aus der Altenpflege, modellhaft auch pflegende Angehörige geschult. Erstmals fand eine Schulung von  stationären Pflegekräften statt, aus dem Küchenpersonal gab es keine Anmeldungen. Thema waren “Grundlagen“, „sensorische Übungen und Zubereiten von geeigneten Getränken“ und „Tipps und Tricks für den Pflegealltag“.

Nach einem Durst anregenden Begrüßungsdrink "Pink" wurden zunächst Informationen zur Seniorenernährung im höheren Alter vermittelt, um Wissen aufzufrischen und zu festigen. Die Formel des MDK zur Errechnung der erforderlichen Trinkmenge wird bereits angewendet. Allerdings werden bei einigen Heimbewohnern, die sehr schlecht trinken, auch Milchprodukte (Milch, Buttermilch) mit angerechnet. Daher wurde auf die Eignung und Anrechnung verschiedener Getränke und flüssigen Lebensmittel ausführlich eingegangen. Spezielle Fragen zu Diabetes mellitus wurden geklärt.

Da der Durst der Teilnehmerinnen durch die hohen Außentemperaturen groß war, wurde der Praxisteil vom Ende in die Mitte der Fortbildung gelegt. Die Teilnehmerinnen bereiteten mit Begeisterung die Rezepte für Apfel-Fitmacher, Kirsch-Traum, Vitamindrink, Tropensonne und Tomaten-Fizz zu. Beim Verkosten wurde spontan die Eignung der einzelnen Getränke für die verschiedenen Stationen diskutiert. So eignen sich einige Getränke gut für die Tagespflegestation wie z.B. der Tomaten-Fizz oder die Tropensonne, die frisch zubereitet getrunken werden muss, da die Milch beim Stehen ausflockt. Beim Gemüse-Fizz wurde angenommen, dass er sich vom Geschmack her nicht so gut für die Bewohner der Demenz-Station eignet, da an Demenz Erkrankte eher süße Getränke bevorzugen. Möglichkeiten, Rezepte für individuelle Bedürfnisse umzuwandeln, wurden erörtert. So kann z. B. die Tropensonne - mit Sahne angereichert - bei Unternährung als Zwischenmahlzeit angeboten werden.

In den Diskussionen wurde sogar auf verschiedene Heimbewohner Bezug genommen. Die Teilnehmer füllten die übrig gebliebenen Getränke in Gläser und ließen gleich einige Bewohner probieren. Abschließend wurden Tipps und Tricks zur Steigerung der Trinkmenge vorgestellt.

In der Schlussrunde wurde deutlich, dass der Praxisteil für die Teilnehmer sehr wichtig war. Die Anwendungen machten die Schulung alltagstauglich und praxisorientiert, sie erhöhen die Bereitschaft zur Umsetzung. Gleichfalls wichtig waren die ernährungsphysiologischen Grundlagen.

In der Einrichtung werden laut Aussage der Teilnehmer bereits sehr viele Tipps zur Steigerung der Trinkmenge angewendet, so dass der dritte Schulungsblock zugunsten des Praxisteils zügig besprochen wurde. Hier zeigt sich ein Unterschied im Schulungsbedarf zwischen ambulanten und stationär arbeitenden Pflegedienstkräften. Teilnehmende erhielten diverse Informationsmaterialien.